Das Schaltverhalten des Captur ist garnicht so schlecht, wenn man die zugrunde liegenden Effizienz-Kennfelder berücksichtigt.
Alle E-Motoren haben einen Wirkungsgrad von Null im Stillstand und im Leerlauf (Drehzahl oder Drehmoment gleich Null). Aufgrund der Wirbelstrom- und Hystereseverluste taugen sie zudem nicht besonders gut für schnelle Konstantfahrten bei geringem Moment - auch und erst recht nicht im Range Extender-Betrieb: Schlechter Wirkungsgrad bleibt schlechter Wirkungsgrad. Hohe Drehzahlen sind daher grundsätzlich schlecht für die E-Reichweite. Den höchsten Wirkungsgrad haben E-Maschinen tatsächlich in der Beschleunigungsphase. Deshalb haben E-Autos die höhere Reichweite im Stadtverkehr und sind mies auf der Autobahn. Der 2-Gang-E-Antrieb ist dabei von allen die wirkungsvollste Variante; das läßt sich beim PHEV allerdings nur bedingt optimieren, da der Verbrenner seine 4 Gänge braucht, und die Zahnräder eben mitdrehen müssen, auch wenn sie nicht einkuppeln. Anders als der Verbrenner hat der E-Motor zudem das höchste Moment im Stillstand (i.e. Kurzschluß), jedoch unmittelbar im Anfahren bei Wirkungsgraden nahe Null.
Verbrenner mögen demhingegen grundsätzlich keine Beschleunigungen. Erstens ist der Wirkungsgrad per se geringer, zweitens ist der Bereich maximalen Wirkungsgrads deutlich kleiner als bei einer guten E-Maschine. Außerdem neigt man typischerweise dazu, zu viel „Gas“ zu geben. Dafür ist der Wirkungsgrad bei höheren Drehzahlen und geringem Moment dann deutlich besser als der einer E-Maschine. Vor allem ist er da besser als in der Beschleunigung. Deshalb sind Verbrenner am besten auf der Landstraße oder Autobahn bei moderaten und konstanten Geschwindigkeiten, haben aber einen recht hohen Verbrauch im Stadtverkehr bzw. Stop and Go. Übrigens sind sie auch nicht besonders effizient im Langsamfahrbetrieb; den können E-Antriebe i.d.R. besser.
Der Range Extender ist daher bei zügiger Konstantfahrt auf der Autobahn oder Landstraße nicht die beste Option, wenn der Verbrenner auch direkt auf die Räder einwirken kann.
Tatsächlich muß mir ein optimiertes System bei Beschleunigung und Verzögerung im Bereich unter 80 km/h wesentlich den Batterieantrieb anbieten, gestützt durch Range Extension nur, falls gewünscht (Esave-Betrieb). Bei höheren Geschwindigkeiten bzw. bei hohem Beschleunigungswunsch muß der Verbrenner immer direkt einkoppeln. Idealerweise halte ich den Gasfuß im Zaum, um den Verbrenner nur bei hohen Geschwindigkeiten zu benötigen - oder eben zur Range Extension, wenn ich das möchte.
Innerorts sehe ich den R/E-Betrieb dann auch eigentlich immer, wenn ich MySense + Esave fahre. Fordere ich höhere Beschleunigungen ab oder fahre höhere Konstant-Geschwindigkeiten auf AB-Etappen, koppelt der Verbrenner wie er soll auf die Räder: Entweder um die angeforderte Beschleunigung darzustellem, oder um Energie zu sparen.
Am Ende bin ich jetzt unter 3 Litern pro 100 km, und bei den aktuellem Temperaturen bringt mich die Batterie gut 45 km weit. Trotzdem es kein reiner Stadtverkehr ist.
Wie gesagt - die Software macht ihre Sache in meinen Augen ganz ordentlich. Da läßt sich sicher noch etwas optimieren, aber Quantensprünge würde ich da nicht mehr erwarten.