Beiträge von Gelfling

    Moinsen! :)

    Ich habe den leisen Verdacht, vielen ist nicht ganz bewußt, wie kompliziert so eine Verbrauchsermittlung tatsächlich ist. Hintergrund:

    - Natürlich wollen alle Autobauer, daß möglichst hohe Werte für ihre Reichweiten dabei herauskommen

    - Natürlich wollen Politiker, die bzgl. E-Mobilität positiv vorgespannt sind, daß möglichst hohe Werte für die Reichweiten dabei herauskommen

    - Natürlich wollen Politiker, die bzgl. E-Mobilität negativ vorgespannt sind, daß möglichst niedrige Werte für die Reichweiten dabei herauskommen

    - Natürlich wollen alle Autobauer sicherstellen, daß kein Wettbewerber auf einem stark politisierten Markt einen Vorteil für sich herauskitzeln kann, indem er irgendeinen Kniff anwendet, der nicht verbindlich vorgeschrieben ist

    - Natürlich wollen alle Autobauer, daß die Reichweiten ihrer eigenen Systeme möglichst gut aussehen und deren CO2-Bilanz ebenfalls

    - Natürlich gibt es mittlerweile zig Antriebssysteme für Autos, dazu noch mehr Mischformen (wie z.B. unser PHEV), die alle irgendwie berücksichtigt werden müssen

    - Natürlich wollen alle Politiker die Autobauer ihres eigenen Landes entweder fördern oder benachteiligen - je nach ideologischer Vorspannung

    - Natürlich wollen alle Politiker möglichst hohe CO2-Steuern einnehmen

    - Natürlich wollen alle mitreden, einschließlich des Verbands zum Schutz des breitschwänzigen Karpaten-Iltis ...


    Bei der EU und der UN wurde dazu dann rund 5 Jahre im Detail verhandelt. Das Ergebnis ist eine Vorschrift von derzeit knapp 650 Seiten, in der so ziemlich alles, was man sich irgendwie vorstellen konnte, irgendwie versucht wurde, zu regeln. Es gibt Heere von hochqualifizierten Ingenieuren in den Entwicklungsabteilungen von Herstellern und Zulieferern, die nichts machen, als diese Dokumente immer wieder zu lesen, zu verstehen, in eine Vielzahl interner, mehr oder weniger handhabbarer Prüfvorschriften umzuwandeln und diese immer wieder zu aktualisieren.

    Hier der Link für Interessierte und Amateur-Masochisten: https://eur-lex.europa.eu/lega…=CELEX:32017R1151&from=DE

    Vereinfachtes Fazit: Wenn man mehr Gas gibt und heizt oder kühlt, und es draußen nicht gerade Windstille und Frühlingstemperaturen hat und man nicht im Emsland oder sonst einer flachen, kurvenarmen Gegend lebt, ist die Reichweite eben mal so oder mal so, aber niemals die aus dem Prospekt. Und immer ist es weniger.

    Daß ich längere Zeit wartend im Auto sitze und dabei Musik höre, kommt so selten vor, daß ich dazu meist kabellose Ohrhörer verwende. Das schont das Auto und ist genauso bequem. Und wenn es kalt ist, kann ich mich damit auch in ein Kaffee verziehen.


    Das Grundproblem von Renault ist, daß sie für den Infotainment-Bereich keine eigene Software entwickeln, sondern seit 2020 auf eine Kooperation mit Google setzen. Das scheint mir insofern strategisch zumindest fragwürdig zu sein, als in modernen Fahrzeugen Infotainment, Fahr-Autonomie und Fahrzeugmanagement nicht immer eindeutig und alles andere als einfach zu trennen sind. Und Google-Software nutze ich noch nicht mal mehr in Mobiltelefonen.


    Hinzu kommt, daß seit 2021 Renault sich in seiner Entwicklungsumgebung in eine Kooperation mit Dassault begeben hat. Auch diese Entscheidung läuft etwas am Trend vorbei - andere OEM setzen hier mehrheitlich auf das System eines anderen Herstellers - der aber kein Franzose ist.


    Es läuft also grundsätzlich noch nicht so ganz rund in der "Renaulution"-Strategie und der "Software République". Da ist noch ein wenig zu viel nationale Politik und zu viel altbackenes Management involviert. Und die Französischen Gewerkschaften haben auch noch nicht so ganz begriffen, wie man "Globalisierung" und "Strukturwandel" in der Landessprache buchstabiert.


    Andererseits hat Renault seit Beginn der Elektrifizierung gezeigt, daß sie moderne und komfortable Autos bauen können, die sich funktional an den Kundenwünschen orientieren und zugleich bezahlbar bleiben. Ich traue den Französischen Ingenieuren durchaus zu, auch die Software-Themen relativ schnell in den Griff zu bekommen. Und Software hat einen Riesen-Vorteil: Sie kann grundsätzlich aktualisiert werden, ohne daß man Hardware tauschen muß.


    Ich finde einzelne Lösungen wie z.B. die Auswahlliste für Musiktitel zwar auch als Zumutung, aber ansonsten bin ich mit dem Fahrerlebnis unseres neuen Rennos sehr zufrieden. "Angst" vor dem Auto habe weder ich noch meine absolut Technik-unaffine Frau: Reinsetzen, Knopf drücken, Gang einlegen und fahren. Der Rest geht automatisch. Was will man mehr?

    Ich mag mich irren, aber ich habe den Eindruck, wenn ich die Batterie vorher etwas "gefordert" habe und dann direkt anklemme, kriege ich mehr Reichweite als Ziel und Ergebnis angezeigt ...


    ... Geht wohl doch mit dem Mond :D

    Nur zur Sicherheit - es ist tatsächlich nicht möglich, sich über diese App die gemessenen Verbrauchswerte anzeigen zu lassen, richtig? Eigentlich zeigt die App mir nur, wie viele km bisher gefahren wurden, ob ich gerade lade, wie lange noch geladen werden wird und die Gesamt-Reichweite. Und mit etwas Glück und Gefummel die Vorklimatisierung. Sonst nix. Richtig?


    Ziemlich mau, eigentlich! :rolleyes:


    Andere Frage - das Info-Menu im auto zeigt mir nur die Verbrauchswerte seit dem letzten Reset des Tagesstreckenzählers. Nicht die Gesamt-Info; die finde ich nirgendwo. Auch richtig?

    Gerade kam im ZDF die Information, daß der Umweltbonus für die Emobilität bis Ende 2022 in den bekannten Höhen weiter gezahlt wird. Es können sich nun hier einige Captur Nutzer beruhigt auf ihr Fahrzeug freuen.


    Gruß

    Edgar

    Hallo,


    relevant für die Förderung ist laut Antrag das Datum der verbindlichen Bestellung. Wer rechtzeitig bestellt hat, braucht sich keine Sorgen zu machen.


    Gruß,

    Gelfling

    Das Einfahren ist heute nicht mehr das, was es in meiner Jugend noch war. Heißklemmen der Kolbenringe etc. gibt es schon längst nicht mehr. Und die Motoren brauchen auch nicht mehr den Feinschmutz, um sich abzudichten. Moderne Öle sind hochkomplexe Gemische, die auf die Motoren hin entwickelt werden. Nicht mehr die einfachen Alkan-Mixturen von früher. Rund ein Viertel moderner Motoröle sind heutzutage Additive gegen alles mögliche. Relevant sind heute eigentlich nur noch Spuren von Rückständen aus der Motorenfertigung, die durch moderne Waschprozesse aber fast vollständig beseitigt sind. Der spärliche Rest landet im Wesentlichem im Ölfilter. Der erste Filterwechsel ist also nach wie vor der wichtigste.

    Moderat fahren, nicht den kalten Motor hochjubeln - tut man eh nicht - und Vollgasfahrten vermeiden. Mehr muß man selbst bei modernen Motorrädern nicht mehr beachten. Und die leben bei ganz anderen Drehzahlen und Volumenleistungen!