Hallo Stefan,
der CO2-Einsparwahn hat dazu geführt, dass bei Euro 6b die Fahrzeuge so hingetrimmt wurden, dass diese beim Abgastest nach NEFZ so wenig CO2 wie möglich ausstoßen. Bei diesem Test haben kleine Motoren einen systembedingten Vorteil. Bei diesem Test wird die Autobatterie dank BMS nicht aufgeladen.
Der RFC mit dem 1,6 Liter Diesel R9M452 hat nach NEFZ 130 Gramm CO2-Ausstoß. Im echten Fahrbetrieb wird der Wert bis zum elffachen überschritten. Aber das Fahrzeug war sehr sparsam. Der tiefste Verbrauch ist 3,9 Liter auf 100 Kilometer im Durchschnitt gewesen.
Im September 2019 kam das Zwangsupdate. Die AGR-Rate wurde erhöht, gewisse Abschaltmechanisemen wurden entfernt. Seither ist der Treibstoffverbrauch um 0,5 bis 1,0 Liter gestiegen. Die Verbrennungstemperatur wurde gesenkt, der Rußausstoß ist gestiegen. Der Partikelfilter wird seither alle 100 Kilometer abgebrannt.
Der Nachfolger, der alte 2.0 Liter MR9 in Euro 6d mit 190 PS stösst laut WLTP 170 Gramm CO2 aus. In Österreich bewirkt das, dass die NoVA von 5% beim R9M auf 16% beim MR9 gestiegen ist.
Es dauert nicht mehr lange, dann wird Euro 7 eingeführt. Das wird dann zur Folge haben, dass der Aufwand für die Abgasreinigung sehr kostenintensiv sein wird. Das wird zur Folge haben, dass kleine Fahrzeuge nicht mehr angeboten werden können, da sich diese im Verkaufspreis massiv teuer sein würden, das niemand mehr bezahlt.
Mag ein BEV Null CO2 ausstoßen - das Problem dabei, der CO2-Rucksack und die "dreckige" Batterieproduktion, Kinderarbeit bei der Gewinnung von Lithium und massiv Trinkwasserergeudung. Aber bald wird es neue Akkus geben, die wohl ohne diese seltenen Erden auskommen werden. Auch die Reichweiten der BEV werden höher werden. Spannend wir der neue Mercedes CLA sein, der soll neue Maßstäbe in der Elektromobilität setzen. Sicher wird der nicht preiswert sein. Alles was mal in einer S-Klasse vorgestellt wurde, ist heutzutage ein Standard.
Eines kann man auch nicht wegdiskutieren - alles was begehrt ist, wird teurer. Sind mehr Elektrofahrzeuge auf der Straße, steigt die Nachfrage nach Ladestrom und somit wohl der Preis. Heute ist eine Langstreckenfahrt mit einem Diesel mittlerweile günstiger als mit einem BEV. BEV habe ich mir deshalb nicht angeschafft, da ich zu Hause nicht laden kann. Das Fahren zur 10 Minuten Fußweg entfernten Schnellladesäule ist mir zu umständlich und zu teuer für den täglichen Fahrbedarf. Der Scenic E hätte mir soweit gut gefallen.
Für den Kurzstreckenbetrieb wär ein BEV absolut ideal - wenn man zu Hause laden könnte....
Einen ersten Schritt zu einem leistbaren BEV ist der Dacia Spring. Attraktiv finde ich auch R5 und R4, die in einem bezahlbaren Rahmen sind. Was ich auch sehr schade finde, dass die Zoe nicht weiterentwickelt wird. Die Zoe finde ich sehr geräumig und praktisch.
Die Erhöhung der Fahrsicherheit bedarf entsprechende Karosseriestrukturen und Systeme, die mitunter auch das Fahrzeuggewicht erhöhen. Mehr Gewicht bedeutet auch einen höheren Treibstoffverbrauch. Eine besonders aerodynamisch optimierte Form gefällt wohl den Käufer nicht. Der EQS, der eine aerodynamisch sehr effiziente Karosserie hat, wird wegen hässlich kaum gekauft, abgesehen vom sehr hohen Preis. Auch der Wahn, SUV anzubieten, ist nicht energieeffizient. Andererseits ist die hohe Sitzposition praktisch. Es gäbe da ein Zwischending, wie der RFC es gewesen ist, der Captur, ScenicE und auch der Symbioz, die sind höher, aber nicht so hoch wie ein "richtiger" SUV.
Liebe Grüße
Udo